Thematische Agenda

Zentrale Verhandlungspunkte zur Bewältigung von Digitalisierung, Wandel und der Zukunft der Arbeit mit einer lösungsorientierten Einstellung.

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Arbeitsorganisation

Schwerpunkt: Die Arbeitsgestaltung, der rechtliche Rahmen der Rechte und das psychosoziale Umfeld.

Inhalt

Bewältigung von übermäßiger Arbeitsbelastung, intensivem Stress und der Verschmelzung von Berufs- und Privatleben.

Psychosozialer und rechtlicher Fokus

Befasst sich ausdrücklich mit Gewalt, Belästigung und dem „Recht auf Nichterreichbarkeit“ (Recht auf Abschalten). Enthält neue Regelungen zur Früherkennung psychosozialer Risiken.

Kontext

Psychosoziale Risiken entstehen nicht in einem luftleeren Raum; sie werden von den allgemeinen sozioökonomischen Bedingungen geprägt. Ausgehend von spezifischen Erkenntnissen aus der Türkei und Italien veranschaulicht dieser Abschnitt, wie der Druck auf Makroebene den Stress der Arbeitnehmer direkt verschärft.

Klausel zum Recht auf Nichterreichbarkeit und zum Schutz vor Belästigung

Lesen Sie die Tool Card: Blaupause für Arbeitnehmerschutzvorkehrungen und Verhandlungsprotokolle

Download Tool Card (.docx)

2

Veränderungsmanagement (interne und externe Treiber)

Schwerpunkt: Bewältigung von technologisch oder regulatorisch bedingten Transformationen.

Intern bedingt (Digitalisierung und Strategie)

Konzentriert sich auf Geschäftsstrategie und technologische Umsetzung. Deckt KI-Überwachung, Leistungsmessung und Datenschutz-/DSGVO-Fragen ab.

Psychosozialer Aspekt: „Technostress“ und der Druck durch kontinuierliche Überwachung.

Extern bedingt (ökologischer Wandel und Regulierung):

Dieser Unterabschnitt befasst sich mit Veränderungen, die durch neue Rechtsvorschriften, Zölle oder den ökologischen Wandel (Green Transition) vorgeschrieben sind. Es wird ausdrücklich anerkannt, dass die allgemeinen sozioökonomischen Bedingungen die Art und Weise, wie Arbeitgeber die Arbeit organisieren, grundlegend prägen: Rezessionen oder wirtschaftliche Abschwünge führen häufig zu Personalabbau, Arbeitsintensivierung und erhöhter Arbeitsplatzunsicherheit, während Phasen schnellen Wachstums oft Fachkräftemangel, Überstundendruck und überstürzte Produktionsziele zur Folge haben.

Begründung: Obwohl grüne Technologien ursprünglich kein vorrangiger Ausbildungsschwerpunkt waren, werden sie hier als ein entscheidender externer regulatorischer Faktor – beispielhaft für den EU Green Deal – aufgeführt, der sich direkt auf die Arbeitsplatzsicherheit auswirkt. Darüber hinaus haben uns Gespräche mit Schulungsteilnehmern und die Untersuchung ihrer spezifischen organisatorischen Kontexte ermöglicht zu beobachten, wie dieses Thema ein zusätzliches, neu auftretendes psychosoziales Risiko am Arbeitsplatz darstellt und als solches ein Thema ist, das in Schulungen besondere Berücksichtigung verdient.

Psychosozialer Aspekt: Diese Komponente befasst sich mit „Öko-Angst“ (Eco-Anxiety) und Arbeitsplatzunsicherheit. Da „Öko-Angst“ ein Begriff sein kann, der für viele Arbeitnehmer und Gewerkschaftsvertreter einer Klärung bedarf, wird er hier als eine Auswirkung auf die psychische Gesundheit definiert, die als Folge des Klimawandels entsteht, z. B. Angst und Not angesichts künftiger Umweltschäden und deren Folgen sowie Ungewissheit über den Zustand der Umwelt; sich ändernde oder verschlechternde Lebensbedingungen aufgrund von Klimaereignissen, Anpassungen nach Katastrophen und Reaktionen auf Ungleichheiten; extreme Wetterereignisse oder eine sich verändernde und verschlechternde natürliche Umwelt (z. B. Temperaturänderungen, Dürre, Niederschlag) (EU-OSHA, 2025), plus die chronische Belastung und Ungewissheit hinsichtlich der eigenen beruflichen Zukunft, die durch schnelle ökologische und regulatorische Veränderungen verursacht werden.

Algorithmische Folgenabschätzung

Checkliste zur Überwachung von Transparenz-, Datenschutz- und Technostress-Risiken.

Checkliste für einen gerechten Übergang

Audit-Bereitschaft für externe regulatorische Schocks und Arbeitsplatzgarantien.

3

Aus- und Weiterbildung sowie Karriereentwicklung

Fokus: Weiterbildung der Belegschaft, Erwerb von Qualifikationen und Vermeidung von beruflicher Obsoleszenz.

Inhalt

Wandelt Fortbildung von einem freiwilligen „Privileg“ in ein verbindliches vertragliches Recht um. Es legt fest, dass alle Schulungen voll bezahlt werden müssen, während der Arbeitszeit stattzufinden haben und — entscheidend — nach der Zertifizierung mit einer automatischen Einstufung und Gehaltserhöhung verbunden sind.

Psychosozialer Aspekt

Bekämpft direkt die „Angst vor dem Veralten“ und Gefühle der Inkompetenz, die durch die schnelle Digitalisierung entstehen. Durch die Garantie eines künftigen Karrierewegs werden Ängste abgebaut und das berufliche Vertrauen wiederhergestellt.

Operatives Ziel:

Nutzt den Training Clause Builder, um gemeinsam Qualifikationslücken zu definieren und die Finanzierung zu sichern, damit der industrielle Wandel zu interner Mobilität und hochwertigeren Arbeitsplätzen führt und nicht zu Entlassungen.

Schulungsklausel-Generator

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